Zahlungsgruppen, Test- und Produktivkonfigurationen, Provider-Prüfung, Stripe-Methoden und Kassen-Zahlungsarten.
Zahlungsmethoden steuern, welche Zahlungsarten in Shops, Buchungen, Kassenabläufen oder Dokumentprozessen verfügbar sind. Dazu gehören Online-Zahlungsanbieter wie PayPal und Stripe, Terminalzahlungen über SumUp, simplebis Kundenguthaben sowie eigene Kassen-Zahlungsmethoden.
Die Konfiguration erfolgt über Zahlungsgruppen. Eine Zahlungsgruppe bündelt mehrere Anbieter und kann anschließend in Shops, Buchungsstrecken, Kassen- oder anderen Checkout-Prozessen verwendet werden. Dadurch kann zum Beispiel ein Shop andere Zahlungsarten anbieten als eine Kasse oder ein interner Buchungsprozess.
Zahlungsmethoden werden unter Einstellungen > Zahlungsmethoden gepflegt. Dort werden Zahlungsgruppen angelegt, geöffnet und bearbeitet.
Eine Gruppe erhält zuerst eine Bezeichnung. Danach werden in der Gruppe die Zahlungsdienstleister für Testumgebungen und Produktivumgebungen getrennt konfiguriert. Pro Bereich können PayPal, Stripe, SumUp, simplebis Kundenguthaben und Custom Kassen-Zahlungsmethoden hinzugefügt werden.
Nach dem Bearbeiten eines Zahlungsdienstleisters muss dessen Konfiguration im Dialog mit Übernehmen übernommen werden. Danach wird die Zahlungsgruppe über Speichern gespeichert.
Jede Zahlungsgruppe unterscheidet zwischen Test- und Produktivumgebung. Die Testumgebung wird im System als sandbox geführt, die Produktivumgebung als prod.
Test-Zahlungsmethoden sind für Probeläufe, interne Abnahmen und Sandbox-Zahlungen gedacht. Sie sollten mit Test-Zugangsdaten des jeweiligen Zahlungsanbieters verbunden werden. Produktiv-Zahlungsmethoden sind für echte Kunden- oder Kassenabläufe gedacht und müssen mit Live-Zugangsdaten verbunden werden.
Die Trennung ist wichtig, weil Test- und Live-Zugangsdaten bei den Zahlungsanbietern unterschiedliche Accounts, Keys, Endpunkte und Transaktionswelten verwenden können. Eine Zahlung aus der Testumgebung darf nicht als echte Zahlung erwartet werden. Umgekehrt sollten Live-Zugangsdaten nicht für Tests verwendet werden, wenn dadurch echte Zahlungen ausgelöst werden könnten.
Bei Stripe prüft simplebis zusätzlich, ob die Keys zur gewählten Umgebung passen: Test-Konfigurationen müssen Test-Keys verwenden, Produktiv-Konfigurationen Live-Keys. Bei PayPal wird der passende Sandbox- oder Live-Modus verwendet. Bei SumUp wird die Konfiguration ebenfalls dem gewählten Bereich der Zahlungsgruppe zugeordnet.
Wenn PayPal, Stripe oder SumUp als aktiv übernommen werden, prüft simplebis die eingegebenen Zugangsdaten direkt, bevor die Konfiguration in die Zahlungsgruppe übernommen wird. Die Prüfung läuft beim Klick auf Übernehmen im jeweiligen Provider-Dialog.
Bei PayPal müssen PayPal App Client ID und PayPal App Client Secret eingetragen sein. simplebis versucht damit, im gewählten Modus einen Auth-Token bei PayPal abzurufen. Wenn kein gültiger Token zurückkommt, wird die Konfiguration nicht übernommen und die Fehlermeldung des Providers wird angezeigt.
Bei Stripe müssen der öffentliche API-Key und der geheime API-Key eingetragen sein. simplebis prüft zuerst, ob die Key-Präfixe zur gewählten Umgebung passen, also Test-Keys für die Testumgebung und Live-Keys für die Produktivumgebung. Danach wird mit dem Secret-Key der Stripe-Account abgerufen. Wenn der Account nicht erreichbar ist oder Stripe einen Fehler zurückgibt, wird die Konfiguration nicht übernommen.
Bei SumUp müssen Affiliate-Key, API Client ID und API Client Secret eingetragen sein. Zusätzlich muss für die aktive Nutzung ein SumUp-Konto verbunden werden, damit ein Refresh-Token vorhanden ist. Beim Prüfen fordert simplebis mit den Client-Credentials einen Token bei SumUp an. Wenn SumUp die Daten ablehnt oder kein Access-Token zurückgibt, wird die Konfiguration nicht übernommen.
Wenn ein Provider deaktiviert ist, kann die Konfiguration ohne Live-Prüfung übernommen werden. Aktiv genutzt wird ein Anbieter aber erst, wenn die Konfiguration aktiv ist und die Gruppe gespeichert wurde.
PayPal benötigt eine App Client ID und ein App Client Secret. Diese Daten werden getrennt für Test- und Produktivumgebung gepflegt.
Für die Testumgebung werden PayPal-Sandbox-Daten verwendet. Für die Produktivumgebung werden Live-Daten verwendet. Beim Aktivieren prüft simplebis die Verbindung zu PayPal im passenden Modus. Erst wenn PayPal einen gültigen Auth-Token liefert, kann die Konfiguration übernommen werden.
Nach Änderungen sollte ein Checkout mit PayPal getestet werden. Dabei sollte geprüft werden, ob Weiterleitung, Zahlung, Rückkehr zum Checkout und Zahlungsstatus korrekt funktionieren.
Stripe benötigt einen öffentlichen API-Key und einen geheimen API-Key. Zusätzlich werden in simplebis die Stripe-Zahlungsmethoden aktiviert, die in Checkout-Prozessen angeboten werden sollen.
In simplebis können aktuell Kreditkarte, SEPA, Sofort, Google Pay, Apple Pay und Klarna aktiviert werden. Mindestens eine Stripe-Zahlungsmethode muss aktiv sein, wenn Stripe selbst aktiviert wird.
Wichtig: Eine in simplebis aktivierte Stripe-Zahlungsmethode funktioniert nur, wenn diese Zahlungsmethode auch im verbundenen Stripe-Account aktiviert und für den Account verfügbar ist. simplebis speichert die gewünschte Auswahl und prüft die Account-Verbindung, schaltet aber keine Stripe-Zahlungsmethode automatisch im Stripe-Dashboard frei. Wenn zum Beispiel Klarna, SEPA, Apple Pay oder Google Pay im Stripe-Account nicht verfügbar oder nicht aktiviert sind, kann die Methode trotz Aktivierung in simplebis im Checkout fehlen oder beim Zahlungsversuch fehlschlagen.
Bei Apple Pay und Google Pay kommt zusätzlich hinzu, dass Gerät, Browser, Wallet-Konfiguration und Domain-/Account-Voraussetzungen erfüllt sein müssen. simplebis prüft im Checkout, ob die Wallet auf dem aktuellen Gerät beziehungsweise im aktuellen Browser verfügbar ist, und zeigt die Methode nur an, wenn sie dort genutzt werden kann.
SumUp wird für Kartenzahlungen über SumUp genutzt, insbesondere in Kassenabläufen. In der Konfiguration werden Affiliate-Key, API Client ID und API Client Secret gepflegt.
Zusätzlich wird ein SumUp-Konto per OAuth verbunden. Dazu muss die Zahlungsmethoden-Gruppe zuerst gespeichert sein. Danach kann im SumUp-Dialog SumUp-Konto verbinden gewählt werden. Nach erfolgreicher Verbindung speichert simplebis unter anderem Access-Token, Refresh-Token, Merchant-Code, Merchant-E-Mail und Verbindungszeitpunkt in der passenden Test- oder Produktivkonfiguration.
Wenn Zugangsdaten geändert werden, wird eine vorhandene OAuth-Verbindung zurückgesetzt. Das SumUp-Konto muss dann erneut verbunden werden. Dadurch wird verhindert, dass alte Tokens mit neuen Client-Daten gemischt werden.
Optional kann aktiviert werden, dass Trinkgeld über das SumUp-Terminal erfasst wird.
Custom Kassen-Zahlungsmethoden sind eigene Zahlungsmethoden für simplebis-cashbox. Sie werden in der Zahlungsgruppe über den Anbieter Custom Kassen-Zahlungsmethoden gepflegt und stehen der Kasse aus der Produktivkonfiguration zur Verfügung.
Jede eigene Methode benötigt einen eindeutigen Key und einen Namen. Optional kann ein Icon ausgewählt werden. Nur aktive Einträge mit Key und Name werden in der Kasse als Zahlungsart angeboten.
Typische Beispiele sind Bar-ähnliche oder interne Zahlungsarten wie Gutschein, Rechnung, Überweisung, Kartenzahlung über ein externes Terminal, Mitarbeiterverzehr oder sonstige betriebsspezifische Zahlungsarten. Custom-Methoden lösen selbst keine externe Online-Zahlung aus. Sie erfassen und klassifizieren die Zahlung in simplebis und in den Kassen-/Bon-Daten.
Über die Optionen kann gesteuert werden, ob beim Kassenstart ein Startwert erfasst wird, ob eine Münzaufteilung erfasst wird und ob beim Kassenabschluss ein Summenabgleich erfolgen soll. Diese Einstellungen wirken auf Kassenstart, Kassenabschluss, Cashbook und Auswertungen.
Eine Custom-Methode kann außerdem so konfiguriert werden, dass sie ein Buchhaltungsdokument erzeugt. Dafür muss ein aktiver, zahlbarer Buchhaltungsdokument-Typ ausgewählt werden. Solche Methoden werden über den Rechnungs-Flow verarbeitet und sind nicht als normale Custom-Zahlung mit Split oder Trinkgeld gedacht.
In der Kasse werden aktive produktive Zahlungsarten geladen. SumUp erscheint, wenn eine aktive produktive SumUp-Konfiguration mit gültigen Zugangsdaten und OAuth-Verbindung vorhanden ist. simplebis Kundenguthaben erscheint, wenn der entsprechende Provider aktiv ist. Custom Kassen-Zahlungsmethoden erscheinen, wenn der Anbieter aktiv ist und aktive Einträge mit Key und Name enthält.
Custom-Zahlungen werden am Bon als cashbox_custom gespeichert. Dadurch können sie in Bonansicht, Kassenabschluss, Cashbook, Auswertungen und Exporten getrennt nach Methode ausgewertet werden.
Wenn eine Zahlungsart in der Kasse fehlt, sollten zuerst die Produktivkonfiguration der Zahlungsgruppe, der Aktiv-Status des Providers und die einzelnen Methoden geprüft werden. Bei SumUp zusätzlich die OAuth-Verbindung prüfen.
Nach Änderungen sollte immer der konkrete Ablauf getestet werden, in dem die Zahlungsgruppe verwendet wird: Shop-Checkout, Buchungszahlung, Kassenbon, Teilzahlung, Zahlungsbestätigung, Rückerstattung und gegebenenfalls Buchhaltungsdokument-Erzeugung.
Für Testkonfigurationen sollten bewusst Testzahlungen durchgeführt werden. Für Produktivkonfigurationen empfiehlt sich eine kleine echte Zahlung oder eine kontrollierte Provider-Prüfung nach den Vorgaben des Zahlungsanbieters.
Wenn eine Online-Zahlungsmethode nicht angezeigt wird oder fehlschlägt, sind die häufigsten Ursachen: falscher Test-/Live-Modus, nicht aktivierter Provider in simplebis, nicht gespeicherte Zahlungsgruppe, fehlende Aktivierung im Zahlungsanbieter-Account, fehlende Stripe-Zahlungsmethode im Stripe-Dashboard, nicht unterstütztes Wallet-Gerät oder eine abgelaufene beziehungsweise zurückgesetzte SumUp-Verbindung.